Grunderwerbsteuer

Beim Haus- und Grundstückskauf fallen in Deutschland einige Gebühren und Steuern an, die vom Käufer bzw. Verkäufer getragen werden müssen. Ein nicht zu verachtender Punkt ist dabei die an das zuständige Finanzamt zu zahlende Grunderwerbsteuer. Bis zum 30.08.2006 betrug die zu zahlende Grunderwerbsteuer bundeseinheitlich 3,5 %, seit dem 01.09.2006 dürfen die Bundesländer den zu zahlenden Steuersatz selbst bestimmen. Die Grunderwerbsteuer bewegt derzeit je nach Bundesland zwischen 3,5 % und 5,0 %, wobei die Steuerbelastung in Brandenburg mit derzeit 5,0 % am höchsten ist. Aber auch andere Bundesländer planen in den kommenden Jahren, den Steuersatz der Grunderwerbsteuer auf 5,0 % anzuheben.

Nach der notariellen Beurkundung übersendet der Notar den Kaufvertrag unter anderem auch an das zuständige Finanzamt, in der sich die Immobilie oder das Grundstück befindet. Das Finanzamt belastet eine Partei mit dem zu begleichenden Grunderwerbsteuerbescheid. Im notariellen Kaufvertrag sollte eindeutig festgelegt sein, ob der Käufer oder der Verkäufer die Grunderwerbsteuer zu zahlen hat. Vor dem Finanzamt stehen sowohl Käufer als auch Verkäufer als Gesamtschuldner dar, wenn das Finanzamt die falsche Partei veranlagt, muss die offene Summe ggf. verrechnet werden. Sobald die Grunderwerbsteuer beglichen ist, stellt das Finanzamt eine sog. Unbedenklichkeitsbescheinigung aus. Erst, wenn dem Notar diese Urkunde vom Finanzamt vorliegt, kann der Kaufvertrag weiter abgewickelt werden. Um den Fortgang nicht zu verzögern, sollte die Grunderwerbsteuer zeitnah bezahlt werden.

Von der Zahllast der Grunderwerbsteuer befreit sind lediglich Kaufgeschäfte innerhalb der Familie. Dazu gehören vor allem Kaufgeschäfte aus Nachlässen, Verkäufe unter Ehegatten und Verkaufsfälle, bei denen Verkäufer und Käufer in gerade Linie verwandt sind. Ebenso steuerbefreit sind geringwertige Grundstückswerte unter 2.500 EUR